15. April 2022

Finnland und die Magie der Nordlichter

Vor einigen Jahren war ich über Silvester auf der Inselgruppe Lofoten in Norwegen und leider hatten wir ziemlich Pech mit einem immerzu bedeckten Himmel. Daher konnten wir keine Nordlichter / Aurora boreale sehen.

Diese zu bestaunen und ein Besuch in Helsinki standen somit auf meiner Bucket List. 
Nachdem Mitte März mit die beste Zeit ist um in Lappland Aurora zu sehen hat uns nach Finnland gebracht.

Mit dem Flieger nach Helsinki. Um ein wenig nachhaltig zu reisen, haben wir uns für den Nachtzug von Helsinki nach Rovaniemi in Lappland entschieden. Die Züge in Finnland sind wirklich günstig. Mit etwa 120 Euro für zwei Personen im 2er Schlafwagen mit eigenem Bad, kann man nix sagen.

Gemütlich mit einem Glaserl Wein, ruckelten wir in den Norden wo wir Sonntag früh ankamen. Was uns die gesamte Reise begleitete sind die etwas interessanten Öffnungszeiten von Restaurants. Diese machen egal in welchem Ort wir waren zu den interessantesten Zeiten auf und zu...und Abends meist um 20Uhr bereits zu!! (und das hat nix mit Corona zu tun)

Wir hatten somit Glück und unser gemütliches Hostal Koti hatte als einziges offen und wir haben es uns beim Frühstück gemütlich gemacht.


Später zu einem Besuch ins Museum Arktikum, yoah nett. Um dann in die St. Claus Stadt zu fahren 
(schnell mit dem Bus erreichbar). Jaaa, St. Claus kommt aus Rovaniemi. 
Zu anderen Zeiten ist es hier sicherlich sehr voll. Touristisch halt. Aber ganz süß, es gibt nämlich eine Poststelle mit einem "Weihnachtsbriefkasten". Heißt alles was man hier einwirft wird zu Weihnachten verschickt.

Zudem verläuft auch der nördliche Polarkreis durch den "Ort". Kann man sich mal draufstellen ;-)

Am Abend ging es mit dem Snowmobil in die Landschaft zum Nordlichter "hunting". Es war wirklich magisch 😍😍😍 Das grün ist auf einer Fotoaufnahme immer deutlicher, aber es war wiiiiirklich grün, über den gesamten Himmel und zum Abschluss auch noch "dancing Aurora"...heißt sie bewegen sich als würden sie tanzen. Es war ja sooooo toll.









Am Folgetag hatten wir noch eine Huskytour gebucht. Wenn schon, denn schon wir haben natürlich selbst gelenkt. Kein günstiger Spaß, aber es ist echt Hammer wie die Huskys "abgehn", wie viel Kraft sie haben und einfach rennen wollen. Bei den kurzen Pausen  springen sie in den Tiefschnee und gehen fast auf Tauchstation 😀


Mittwoch weiter mit dem Zug ins südlicher gelegene ca. 3Std entfernte Oulu. Ja, ist ganz nett, sind über die Inseln spaziert. Die Markthalle war leider sehr reduziert und ein paar der interessanten Gebäude wurden renoviert und waren eingehüllt. 
Kann man gesehen haben (ist natürlich subjektiv), muss man aber nicht.




Nach einer Nacht in Oulu mit dem Zug zurück nach Helsinki. Stundenlang durchgehende Schneedecke, Wald, Feld, vereiste Seen im Wechsel und ein paar Ortschaften (bei einem weiteren Besuch würde ich einen Stop in Tampere einlegen). Hat schon etwas meditativ, beruhigendes und so anders als das vollgepackte Deutschland. 



Sibeliusdenkmal
Helsinki hatte ich mir irgendwie kleinstädtischer vorgestellt, aber obwohl anders eine interessante Stadt. So einige imposante Gebäude, dann steht man wieder am Ufer wie in einem Vorort. Soweit alles zu Fuß erreichbar. Das Hafenbecken war zu der Zeit nicht mehr vereist so dass man drauf spazieren könnte.
Unbedingt in die Library gehen, ein Stockwerk mit Küche, Musikinstrumenten, Workshop Räumen, 3D-Drucker, Plotter und und und was man sich alles leihen und buchen kann. Mit eigenem Lehrer oder Kurse buchen. Irre.
Felsenkirche / Temppeliaukion Kirkko


Kapelle des Schweigens - unbedingt reingehen

Library

Sinn für Humor haben sie die Finnen. 
Ratte vorm Archiv, da sie so schlau sind
da sie sich durch die Bücher fressen 😂

Uspenski-Kathedrale

Uspenski-Kathedrale

Noch ein wenig eisig auf manchen Wegen

Dom zu Helsinki / Helsingin tuomiokirkko



Ein ganz toller Trip wars!

31. März 2018

Tafraoute - Tarfaya / MA - Camp Bedouin / EH

Bevor die Fahrt weiterging haben wir noch einen kleinen Spaziergang am Rande Tafraoutes entlang riesiger Steinblöcke gemacht. 
Von einer Erhöhung aus habe ich am Stadtrand Tafraoutes eine Masse an Wohnmobilen auf einem Campingplatz gesehen.
Viel habe ich habe nicht von Tafraoute gesehen, aber ich hatte hier doch schwer den Eindruck, dass es mehr Wohnmobile (im Normalfall Franzosen) als Einwohner gibt.

Startklar mussten wir noch dringend tanken, womit wir letztlich wirklich Glück hatten. Die ersten zwei Tankstellen hatten nämlich KEIN Benzin mehr, an der dritten und letzten konnten wir noch auftanken. Ansonsten hätten wir wohl ein bis mehr Tage in Tafraoute inmitten all der Franzosen verbringen müssen. 
617km und 7 Std von Tafraoute in die Westsahara


Heute war auf jeden Fall eine lange Fahrstrecke auf dem Plan. S. fuhr die meiste Zeit der Strecke und so hatte ich die Chance viel aus dem Fenster zu schaun und sogar ein paar wilde Kamele und Flamingos zu entdecken. 
Mal ne andre Aussicht - Camping Tafraoute

Moschee im Morgentau

Riesige Steinblöcke


Camper so weit das Auge reicht :-(

Immer noch Tafraoute
Ab dem Pass Tan Tan starteten die Kontrollen unserer Reisedokumente. Aus S. Erfahrung hatten wir bereits in Deutschland unsere Pass- und Fahrzeugdaten auf einem DIN A4 zusammengeschrieben und 50 Mal kopiert. Für üblich fragen sie nach den "Fiche".

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich kann versichern, dass wir im Laufe der Fahrt bis nach Mauretanien fast alle 50 Zettel an Militärkontrollen verteilt haben.

Fahrt in die Westsahara

Von Tarfaya sind wir noch 65km weitergefahren und haben somit die Grenze in die Westsahara überfahren.  
Es geht in die Westsahara
Unser Ziel war das Camp Bedouin. S. wusste wonach er suchen muss, denn die Westsahara ist eine flache Steinwüste und viel gibt es hier nicht, gelegentlich ragen ein paar Sanddünen auf und irgendwo in the middle of nowhere tauchte auf der rechten Seite der Strasse ein Schild auf. Ab durch die Wüste, ein paar wegweisenden Autoreifen folgend landeten wir nach etwa einer Viertelstd oder so am Camp. Nichts, hier ist nichts, ausser einem zu dieser Zeit recht ausgetrocknetem See und ein Rinnsal an einem Wasserfall.
Nach so viel Stunden sitzen, nochmal die Beine wieder bewegen und bemüht vom Wind nicht davongeblasen zu werden haben wir noch mit einem Bier auf den Tag und Sonnenuntergang angestoßen :-).  





Wilde Kamele :-)
Besagtes Schild im Nirgendwo

Einfach mal der vermeintlichen Piste folgen
Zu gewisser Zeit plätschert hier wirklich ein Wasserfall
Prost...

....beim Sonnenuntergang

Camp Bedouin, wer will kann ein Beduinenzelt mieten

Zusammengefasst: 617km und 7Std. Fahrt mit wenig Pausen.

Tinmel - Tasguent - Tafraoute / MA

443 km und 10,5 Stunden mit Sightseeingstops
Nach zwei Tagen in Marrakesch brachen wir wieder auf. Weiter in den Süden Richtung West-
sahara. 

Auf der Reiseroute über den Tizi'n Test Pass lagen zwei Sehenswürdigkeiten, welche wir ansehen wollten bevor wir die Nacht in Tafraoute verbracht haben. 

Die Landschaft auf unserem Weg war mal wieder sehr beeindruckend. Berge, etliche Serpentinen. Schnee, kleine Bergdörfer, blühende Mandelbäume, da es Wochenende war trafen wir in den Bergen auf picknickende Familien an den Strassen, kurz später wieder Schnee. Die Strassen teils gut erhalten, und dann waren sie wieder zur Hälfte abgetragen und einfache Erde machte die Fahrt etwas rumplig oder aber ein Steinschlag versperrte uns die Hälfte der Strasse.
Ich frage mich bis heute, wie die LKW mit ihren Tierladungen daran vorbeigekommen sind. Umdrehen auf diesen Passstrassen eigentlich auch nicht möglich. 


Immer wieder blühende Mandelbäume und kleine Dörfer

Beeindruckende Berglandschaft

Bissi weniger Aspahlt
Kleiner Stop im Schnee

Kein Ort weit und breit, aber ein Schäfer mit seiner Herde

Da kann man nur hoffen vorbeizukommen. Rechts geht's steil in die Tiefe
Auch dieser Schaftransporter musste da vorbei

Passhöhe des Tizi N' Test auf 2.100m
Blick zurück auf die Passstrassen von welchen wir kamen
Auf dem Weg zum Tizi N' Pass kamen wir durch Tinmel wo wir uns auf Empfehlung unserer Gastgeber aus Marrakesch eine alte Moschee ansehen wollten. 
Die Moschee von Tinmel
Man sieht sie schon von der Ferne auf einer Anhebung stehen, allerdings sieht man nicht auf den ersten Blick dass es sich um eine Moschee handelt. 
Wir waren die einzigen vor Ort und ein junger Mann ließ uns ein. Die Moschee hat kein Dach mehr, daher leicht als Burg zu verkennen. Von innen ist sie aber einfach nur beeindruckend. Seht selbst.





Als wir den Tizi N' Test bereits hinter uns hatten haben wir uns in Tasguent noch eine Kasbah angeschaut. Kasbah steht für Festung inner- oder außerhalb einer Stadt. Wir fanden die Kasbah nicht auf Anhieb und fragten einen Einheimischen. Wir packten ihn direkt bei uns ins Auto um uns den Weg zu zeigen. 
Unser Wegbegleiter und ich vor der Kasbah
Mir war nicht bewusst, wie intensiv sich der Geruch einer Schafherde in die warme, gewebte Kleidung des vermeintlichen Hirten einnisten kann. Wir mussten wirklich das Fenster aufmachen, da uns beiden das atmen letztlich schwer fiel :-/ Was aber seiner Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit keinen Abbruch tat. 
Von außen sah die Kasbah dermaßen unspektakulär aus, dass ich aufgrund des vergessenen Eintrittsgeldes im Auto erst gar nicht mit rein wollte. Aber S. hatte mich zum Glück überzeugt...das hätte ich nicht erwartet. 

Ich habe hierzu sowohl in Wiki gelesen als auch diesen Artikel, welcher besagt, dass es sich um eine Bank handelte. Mehr als 200 Räume sind in dieser von außen nicht so groß erscheinenden Burg untergebracht. Die nach außen gebauten Steinplatten fungieren als Treppe. 






Wenn man hier nicht mehr gut auf den Beinen ist, wird's
schwierig hochzukommen


Blick vom Dach
Nach 443km und 10,5 Stunden Fahrt und Sightseeingstops kamen wir am Abend auf dem Campingplatz 3 Palmiers in Tafraoute an. 
Nachdem ich von einem Hügel am nächsten Morgen auf einen weiteren riiiieeeesigen Campingplatz blickte, war unser gemütlich kleiner Camping definitiv die bessere Wahl.